Was versteht man unter E-Health?

E-Health ist in Mode. Heutzutage begegnet man diesem Ausdruck immer häufiger, doch was genau steckt dahinter…?

E-Health: Tastatur mit Stethoskop

Definition und Bereiche von E-Health

Der aus dem englischen entliehene Begriff E-Health (dt. E-Gesundheit) bezeichnet die Anwendung elektronischer Geräte zur medizinischen Versorgung und deren Implementierung im Gesundheitswesen im weitesten Sinne. Es ist ein relativ neuer Begriff, dem bis zu diesem Zeitpunkt nur schwer eine einheitliche Definition zugeschrieben werden kann.

Das Konzept umschließt unter anderem die Bereiche Telemedizin, Prävention, Unterstützung und Pflege im eigenen Zuhause, die elektronische Gesundheitsakte und alle elektrischen Geräte und intelligenten Objekte, die es möglich machen, chronische Krankheiten (z.B. Diabetes, Bluthochdruck, Herzinsuffizienz etc.) auf Distanz zu überprüfen.

E-Health als Heilmittel für die Schwächen unseres Gesundheitssystems

E-Health scheint mit steigender Tendenz eine gute Lösung zu sein, um die Schwachpunkte unseres Gesundheitssystems auszugleichen. Zu diesen Schwachpunkten gehören vor allem:

  • die Alterung der Bevölkerung und die damit verbundenen Probleme, z.B. Koordination der Betreuung im eignen Zuhause und Überwachung von chronischen Krankheiten
  • Erhöhung der Ausgaben im Gesundheitsbereich trotz zahlreicher Reformen
  • medizinische Unterversorgung in ländlichen Gebieten
  • etc.

Viele sehen in E-Health eine, wenn nicht sogar DIE LÖSUNG, um Kosten einzusparen und einen Zugang zur medizinischen Versorgung zu schaffen, ganz egal, wo der Patient sich befindet.

Warum auch nicht… denn die Entwicklung in diesem Bereich ist unaufhaltsam. Trotzdem kommt man nicht darüber hinweg, sich zahlreiche technische, ethische oder auch ökonomische Fragen zu stellen.

Die zwei Hauptbereiche von E-Health

E-Health kann in zwei große Bereiche geteilt werden:

  • E-Health: Krankenpflegerin digital

    der geregelte Bereich: die Telemedizin mit hochgesicherten medizinischen Daten, die nur für medizinisches Fachpersonal zugänglich sind

  • der ungeregelte Bereich: E-Health für das Wohlbefinden, für Prävention und für den sozialen Link über das Internet

 

Herausforderungen für den flächendeckenden Einsatz von E-Health

Bevor E-Health flächendeckend eingesetzt werden kann, müssen noch einige Herausforderungen überwunden werden:

  • an erster Stelle steht die Vertraulichkeit im Umgang mit den persönlichen Daten und Probleme ethischer Art, die auftreten können, im Falle eines unbefugten Zugriffs (wobei es dem Patienten freigestellt ist, welche Daten er zur Verfügung stellen möchte)
  • der Deutsche Ärztetag sprach sich lange Zeit gegen die Einführung einer elektronischen Gesundheitskarte aus (Gründe waren unter anderem Datensicherheit und Datenschutz), in Folge dessen soll schon bald das so genannte E-Health-Gesetz in Kraft treten, ein Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen
  • die Einführung und Verbreitung von technischen Lösungen, um der Gesamtheit der deutschen Bevölkerung gleichberechtigten Zugang zu einer medizinischen Versorgung zu gewährleisten
  • das Umschwenken von aktuellen Gesundheitsdiensten zum Online-Service, die Ausbildung des medizinischen Fachpersonals, sowie der Patienten in diesem Bereich und die Übertragung von Verantwortung auf die Patienten

Was das Wohlergehen und die Prävention betreffen, gibt es eher weniger Probleme. Verschiedene einfache und kostengünstige Lösungen, um zu Informieren, Beraten oder auch Risiken zu vermeiden, sind bereits vorhanden oder in der Entwicklungsphase. Beispiele hierfür sind Telefonhotlines oder Internetplattformen, über die man nicht nur Ratschläge bekommt, sondern über die auch an den Nutzer angepasste Dienste angeboten werden. Ganz gleich, ob es sich um Senioren, Personen mit Behinderung, pflegende Angehörige oder Personen mit gesundheitlichen Beschwerden handelt.

Daher könnte wahrscheinlich die Entwicklung dieser Dienste, die für jeden bestimmt und von jedem nutzbar sind, eine der Antworten auf die Problematiken der Telemedizin sein.

Die Entwicklung tendiert zu hybriden Plattformen

Gewiss ist, dass eine geschützte Verbindung zu Experten und eine möglichst große Anzahl an erreichbaren Ärzten,  wohl eine höchst interessante und kostengünstige Lösung für so manche Bedürfnisse wäre. Somit ist die Integration der verschiedenen Funktionen der Telemedizin auf allgemeinen Plattformen keineswegs uninteressant für die Zukunft.
Die Links Plattform

Trotzdem sollte man vorsichtig sein: die Technologie entwickelt und verbreitet sich immer mehr, doch im Gesundheitswesen ist der Mensch am wichtigsten! Einige, beispielsweise in Japan, haben die Vision, Menschen durch Roboter zu ersetzen, unter anderem bei der Unterstützung von älteren Menschen, die unter Autonomieverlust leiden. Wenn man aber bedenkt, dass soziale Bindungen zwischen Helfer und Hilfsbedürftigem einer der Hauptfaktoren ist, der zur Verbesserung der Lebensqualität beiträgt, kann man die Relevanz einer rein technischen Lösung in Frage stellen. Aber das ist eine andere Geschichte, auf die wir bestimmt noch ein anderes Mal zurückkommen werden….

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